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Vorfußbeschwerden, was ist zu tun ?
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| Der Senk-Spreizfuss mit dem entzündeten Ballen ist die häufigste Ursache für Vorfußbeschwerden. Ursache für diese Fußdeformität ist - nicht wie viele vermuten - schlechtes Schuhwerk, sondern eine anlagebedingte Bindegewebsschwäche, welche im Laufe der Jahre zu einem Auseinanderweichen des ersten und zweiten Mittelfußknochens führt. Dadurch drückt sich das erste Mittelfußköpfchen nach innen heraus, durch Schuhdruck entzündet sicher der Ballen. Die Großzehe schiebt sich nach außen und drückt auf die zweite Zehe. Erst bei einer gewissen Fehlhaltung führt dann schlechtes oder falsches Schuhwerk zu den eigentlichen Beschwerden, nämlich zu Druck- und Entzündungsschmerzen. | |||
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| Konservative Behandlungsmöglichkeiten: | |||
| Leider sind konservative
Therapiemöglichkeiten nur in geringem Ausmaß möglich: Wichtig ist eine gute Einlagenversorgung durch entsprechende Maß - Einlagen zur Unterstützung von Längs- und Quergewölbe und Entlastung der oft schmerzhaften Mittelfußköpfchen II-IV. Bei einem entzündlichen Reizzustand sind entzündungshemmende Medikamente und phys. Maßnahmen mit abschwellenden Strömen oder Ultraschalltherapie angezeigt. Wechselwarme Fußbäder fördern die Durchblutung, ebenso Kneippgüsse. Beim entzündeten Ballen helfen lokal anzuwendende entzündungs- hemmende Salben wie z.B. Ichthyol-Salben. |
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| Operative Massnahmen: | |||
| Ziel einer operativen
Korrektur ist es, den Fuß zu verschmälern und die Biomechanik des
Großzehen- Grundgelenks wiederherzustellen. Zur weiteren Diagnostik wird
eine Röntgen- Belastungsaufnahme des Fußes durchgeführt und bestimmte
Winkel ausgemessen.
Zur Korrektur des Senk - Spreizfusses gibt es eine große Anzahl verschiedener Operationstechniken. Wir haben uns auf einige wenige OP-Techniken beschränkt, entscheidend für die Wahl der Operationsmethode sind verschiedene Kriterien wie Alter des Patienten, Ausmaß der Deformität und der Beschwerden sowie Qualität der Knochen (Osteoporose). Auf die von uns durchgeführten Operationen wird nachfolgend eingegangen. |
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| Operation nach Schede: | |
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Sie wird durchgeführt bei leichtem Spreizfuss, wenn die Ballenprobleme mit entzündetem Schleimbeutel im Vordergrund stehen. Es erfolgt das Abtragen des vorstehenden Ballens, Durchtrennen der Bänder zwischen erstem und zweitem Mittelfußknochen, und der äußeren Gelenkkapsel des Grundgelenkes sowie Raffnaht der inneren Kapsel zur Geradestellung der Großzehe. |
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Operation nach Austin |
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Sie wird durchgeführt bei mittelstarkem Senk-Spreizfuss bei einem Intertarsalwinkel bis 15 Grad, je nach Knochenqualität bis 65 Jahre. Es erfolgt eine v-förmige Durchsägung des ersten Mittelfussknochens endgliedwärts, wobei der körperferne Anteil nach außen verschoben wird und die Osteotomie (Knochendurchsägung) mit einer, in dem meisten Fällen sich selbstauflösenden Schraube fixiert wird. | ||
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Postoperatives Röntgenbild: |
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| Operation nach Sarff | ||
| Diese
Operation wird durchgeführt bei starkem Senk-Spreizfuss mit einem
Intertarsalwinkel über 15 Grad. Da eine langflächige Knochendurchsägung
erfolgt, ist eine gute Knochenqualität
erforderlich. Die beiden Anteile des 1. Mittelfußknochens werden in
Korrekturstellung mit 2 sich selbstauflösenden Bioschrauben fixiert.
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Postoperatives Röntgenbild: | |
Open wedge- Technik
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Alte Operationstechnik in neuem Gewand und mit neuer Stabilisation. Bei ausgeprägtem Spreizfuss wird der 1. Mittelfußknochen zu 4/5 durchgesägt, "aufgeklappt" und mit einer speziellen Titanplatte stabilisiert. |
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| Nachbehandlung: |
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| Die Nachbehandlung hängt
vor allem von dem durchgeführten Operationsverfahren ab: Allen gemeinsam
ist die Einnahme von entzündungshemmenden und abschwellenden
Medikamenten, Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin und das
Tragen eines spez. Schuhes, eines sogen. Vorfuss-Entlastungs-Schuhes, der
eine Belastung des Beines am Fersenbein zulässt, der operierte Vorfuss ist
jedoch entlastet. Bei Knochendurchtrennung (Osteotomie) muss dieser Schuh bis zur
vollständigen Durchbauung des Knochens getragen werden, d.h. meist für 4- 6
Wochen. Bis der Fuss wieder vollständig abgeschwollen und belastbar
ist, kann es bis zu 3 Monate dauern.
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Entlastungs-Schuh |
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| Risiken: | ||
| Wie bei allen operativen
Eingriffen stehen das Infektions- und Thromboserisiko im Vordergrund.
Diese Risiko kann bei aller Sorgfalt und prophylaktischen Maßnahmen nicht
vermieden werden. Postoperativ kann eine Schwellung bis zu 3-4 Monate
bestehen, auch nach längerem Stehen und Gehen kann über diesen Zeitraum
eine Schwellung auftreten. Überlastungsprobleme des Vorfußes über den
Mittelfußköpfchen II-IV können obige Operationen nicht gelöst
werden, hier ist nach der Operation eine entsprechende Einlagenversorgung
erforderlich. Zu den seltenen Komplikationen gehören Nichtverheilen der Osteotomie ( Knochendurchsägung), lokale Durchblutungsstörung des ersten Mittelfußköpfchens mit Absterben des Köpfchens sowie Implantat-Lockerung. Eine volle Belastungsfähigkeit insbes. der Operationen nach Austin und Scarf besteht frühestens nach 3 Monaten. Bei schwerer körperlicher Arbeit ist auch so lange mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen Über einen längeren Zeitraum kann bei stärkerer Bindegewebsschwäche ein gewisser Korrekturverlust, d.h. das Wiederauftreten einer Fehlstellung der Großzehe auftreten. |
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